Pizzastück in Südkorea

Pizzastück in Südkorea

Das waren sie also, die Olympischen Spiele in PyeongChang. So schnell sie gekommen sind, so schnell waren sie auch wieder vorbei. In meinem Fall muss ich sagen: Ich habe nichts dagegen, dass ich wieder auf europäischem Schnee unterwegs bin. Am Wochenende finden bereits die nächsten Rennen in Crans Montana statt, ein Super-G und eine Kombination. Olympia ist abgehakt, in den letzten Tagen hatte ich genügend Zeit, um die Dinge noch einmal zu analysieren und darüber nachzudenken, warum es nicht so gelaufen ist.

Wenn man bei Olympia an den Start geht, dann will man eine Medaille, das ist klar. Zumindest, wenn man sich Chancen dafür ausrechnen darf. Und nach der bisherigen Saison wäre eine Medaille auch im Bereich des Möglichen gewesen, obwohl man nicht vergessen darf, dass es ja eigentlich eine Comeback-Saison für mich ist. Der gute Saisonstart mit dem Sieg in Lake Louise hat die Erwartungen natürlich nach oben geschraubt. Die darauffolgenden Wochen haben aber gezeigt, dass mir einfach die Konstanz gefehlt hat, nach guten Läufen und Ergebnissen gab es wieder ein paar schlechte Fahrten – es war ein ständiges Auf und Ab. Die Topform hat mir in Südkorea sicherlich gefehlt, zugegeben sind die Bedingungen und der Schnee dort auch nicht unbedingt das, was mir besonders entgegenkommt. Aber ich will keine Ausreden suchen – schuld ist immer der Skifahrer selbst. Und ich habe einfach in beiden Rennen keine fehlerfreien Läufe ins Ziel gebracht und war nie so schnell unterwegs, dass ich vorne mitfahren hätte können… Selbst ohne „Pizzastück“ nach dem Zielsprung in der Abfahrt hätte es wohl kaum für eine Medaille gereicht.

Platz 8 im Super-G und Platz 13 in der Abfahrt – was im Weltcup ein paar Punkte bringt, ist bei Olympia eigentlich gar nichts wert. Und so muss ich ehrlich sagen: Ich bin enttäuscht, so wie es gelaufen ist (besser gesagt: ich war enttäuscht), aber Olympia schreibt seine eigenen Gesetze und auch wenn man es sich hundert Mal einredet, dass es „ja nur ein Rennen so wie jedes andere ist“ – es ist trotzdem nicht so. Man ist angespannter, man wird überall darauf angesprochen, das Interesse ist größer und und und. Niederlagen sind dazu da, um zu lernen. Ich habe auch aus diesen Spielen sehr viel gelernt. Und jetzt ist die Sache abgehakt und vorbei – volle Konzentration auf Crans Montana und dann folgt für mich schon das Weltcupfinale in Are!

 

Greetz

Conny