Der Wahnsinn von Lake Louise

Der Wahnsinn von Lake Louise

348 Tage ohne Rennen – und dann so etwas… Also ganz ehrlich: Wenn mir vor Lake Louise jemand gesagt hätte, dass ich die erste Abfahrt gewinnen werde, dann hätte ich ihn wohl für verrückt erklärt! 😉 Was da am vergangenen Wochenende in Kanada passiert ist, hätte ich mir nicht mal im Traum erwartet. Ich habe zwar gewusst, dass ich schnell sein kann und dass ich im Spitzenfeld landen kann, wenn ich meine Leistung von den Trainingsläufen umsetzen kann. Aber gleich gewinnen? Nö… Umso schöner ist dieser erste Abfahrtssieg, der absolut unerwartet kam! Es ist sooo herrlich, wieder im Weltcupzirkus dabei sein zu können und schnell skifahren zu können. Dass das Comeback dann mit so einem Ergebnis gekrönt wird, klingt heute noch ziemlich unrealistisch…

Der Sieg bei der ersten Abfahrt überstrahlt natürlich alles, aber auch sonst kann ich mit diesem Wochenende absolut zufrieden sein. Platz 4 in der zweiten Abfahrt war die Draufgabe – auch wenn ich klarerweise gerne am Stockerl gelandet wäre. Aber man darf es ja nicht gleich übertreiben 😉 Die zwei Hundertstel, die mir am Ende aufs Podest gefehlt haben, kommen irgendwann zurück, da bin ich mir sicher. Und auch mit dem 8. Rang im Super-G bin ich nicht unzufrieden. Der Abstand zum 4. Platz betrug lediglich 11 Hundertstel. Ein bisschen schneller und ich wäre also wieder ganz knapp am Stockerl dran gewesen. Der eine Fehler im Mittelteil hat mir einfach zu viel gekostet. Aber ich weiß, dass ich schnell sein kann und daher bin ich voll zufrieden!

Ich möchte mich an dieser Stelle einmal ganz herzlich bei all jenen bedanken, die mich in den letzten Monaten seit meiner schweren Verletzung unterstützt haben! Da gibt es viele Personen, die mir in dieser schwierigen Phase beigestanden sind und die mir die Kraft und Motivation gegeben haben, nicht aufzugeben, sondern weiterzumachen und noch ein Schäufelchen draufzulegen. Solche Momente wie zuletzt in Lake Louise erlebt man nicht oft, umso mehr will ich sie genießen.

Es ist nicht viel Zeit für Pause, zwei Tage kurz daheim entspannen, dann geht es schon wieder weiter nach St. Moritz, wo zwei Super-Gs und eine Superkombi auf dem Programm stehen. Am nächsten Wochenende darauf folgen dann die Rennen in Val d’Isere (Abfahrt und Super-G).

 

Greetz

Conny